Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2025 mit 3,3 Prozent etwa so stark wie im Vorjahr gewachsen sein; das liegt im oberen Erwartungsbereich der Konjunkturprognosen Ende 2024.
Zwar sorgte die neue US-Administration gerade im ersten Halbjahr für erhebliche Verunsicherung weltweit, dennoch expandierte die Weltwirtschaft in den ersten drei Quartalen 2025 relativ robust. Verschiedene Indikatoren deuten darauf hin, dass sich diese Dynamik – endgültige Daten liegen noch nicht vor – im vierten Quartal fortgesetzt hat.
Unerwartet kräftig wuchs 2025 die Wirtschaft des Euroraums. Das Bruttoinlandsprodukt legte um 1,5 Prozent zu und übertraf damit die Prognose etwa des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) von lediglich 0,9 Prozent deutlich. Einmal mehr erwies sich die deutsche Wirtschaft mit einem Wachstum von nur 0,3 Prozent als Bremse. In den USA wuchs das BIP mit 2 Prozent zwar stärker als im Euroraum, blieb allerdings hinter der Prognose des IfW (2,4%) zurück.
Trotz der protektionistischen Zollpolitik der US-Regierung weitete sich der internationale Warenhandel 2025 mit einem Plus von 4,5 Prozent stärker aus als im Vorjahr (2,5%).
Die Inflation war in fortgeschrittenen Volkswirtschaften in der ersten Jahreshälfte 2025 rückläufig. In der zweiten Hälfte nahm der Preisauftrieb wieder etwas zu; in der Eurozone nur leicht auf zuletzt 2,2 Prozent, in den USA etwas stärker auf bis zu 3 Prozent (September), um danach wieder zu fallen. Viele Fachleute gehen jedoch nach wie vor davon aus, dass sich ein Großteil der zollbedingten Preisimpulse zeitverzögert in den Verbraucherpreisen niederschlagen wird. Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) schwankte in der Eurozone zwischen 2,7 und 2,3 Prozent, in den USA zwischen 3,3 und 2,6 Prozent.
Die Europäische Zentralbank reduzierte den Leitzins (Einlagezins) im ersten Halbjahr 2025 in vier Schritten auf 2 Prozent und ließ ihn danach unverändert. Die US-Notenbank Fed senkte ihren Leitzinskorridor erst seit September dreimal ab. Für 2026 erwarten Beobachter in den USA weitere Zinssenkungen und international eine stärkere Angleichung der Leitzinsen.
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